Penisprothese: Welche Risiken und Komplikationen gibt es?

11.09.2026

Wer über eine Penisprothese nachdenkt, möchte vor allem eines wissen: Wie hoch ist das Risiko, dass etwas schiefgeht?

Die kurze Antwort: Zu den wichtigsten Risiken gehören eine Infektion des Implantats und ein mechanischer Defekt im Laufe der Zeit. Bei einer Erstimplantation liegt das Infektionsrisiko meist bei etwa 1 bis 3 Prozent¹ – bei einer Revisionsoperation kann es höher sein.¹ Studien zeigen zudem einen Zusammenhang zwischen der Erfahrung beziehungsweise dem Operationsvolumen des behandelnden Zentrums und dem Komplikationsrisiko.¹,³

Vor diesem Hintergrund kann es wichtig sein, die Implantation in einem auf Penisprothesen spezialisierten Zentrum bei einem Spezialisten mit entsprechender Operationserfahrung durchführen zu lassen.

Wichtig ist außerdem: Diese Prozentwerte sind Durchschnittswerte aus Studien. Ihr persönliches Risiko kann je nach Vorerkrankungen, früheren Eingriffen, Art des Implantats und weiteren individuellen Faktoren höher oder niedriger liegen.

Penisprothese: Risiken auf einen Blick

Frage Kurzantwort
Wie hoch ist das Infektionsrisiko? Bei einer Erstimplantation meist etwa 1–3 %¹
Ist eine Revisionsoperation riskanter? Ja – bei Revisionsoperationen werden Infektionsraten von etwa 7–21 % beschrieben.¹
Kann eine Penisprothese mechanisch versagen? Ja. Das Risiko eines mechanischen Defekts steigt mit zunehmender Nutzungsdauer.⁵
Spielt die Erfahrung des Operateurs eine Rolle? Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen höherem Operationsvolumen und niedrigeren Infektions- bzw. Revisionsraten. ¹,³
Gibt es persönliche Risikofaktoren? Ja. Dazu zählen unter anderem Diabetes mellitus und frühere Implantationen bzw. Revisionseingriffe.¹,⁴

Welche Risiken gibt es grundsätzlich bei einer Penisprothese?

Die wesentlichen Komplikationen einer Penisprothesenimplantation lassen sich in drei Gruppen einteilen:

  • Infektionen des Implantats
  • Mechanisches Versagen einzelner Komponenten wie Pumpe, Zylinder oder Reservoir
  • Chirurgische Komplikationen wie Blutergüsse, Verletzungen benachbarter Strukturen oder eine Erosion, bei der eine Implantatkomponente Druck auf das umliegende Gewebe ausübt und dieses schädigen kann

Hinzu kommt die Möglichkeit, dass Sie mit dem funktionellen oder kosmetischen Ergebnis nicht vollständig zufrieden sind, auch wenn keine medizinische Komplikation im engeren Sinne vorliegt. Dies kann beispielsweise die Wahrnehmung der Penislänge oder das Aussehen und Gefühl des Penis nach der Implantation betreffen.

Wie hoch ist das Infektionsrisiko bei einer Penisprothese?

Bei einer Erstimplantation liegt das Infektionsrisiko meist bei etwa 1 bis 3 Prozent. Bei einer Revisionsoperation ist es deutlich höher: Wird eine bereits vorhandene Prothese ausgetauscht, werden Infektionsraten von etwa 7 bis 21 Prozent beschrieben.¹

Die vorliegenden Daten sprechen dafür, bei der Wahl des Behandlungszentrums im Hinblick auf Behandlungsergebnisse und Komplikationsrisiken sowohl die Spezialisierung auf Penisprothesenimplantationen als auch die entsprechende Operationserfahrung und das Eingriffsvolumen zu berücksichtigen.

Eine Infektion des Implantats kann eine weitere Behandlung und gegebenenfalls einen erneuten operativen Eingriff erforderlich machen. Welche Behandlung notwendig ist und ob die Prothese dabei entfernt oder ausgetauscht werden muss, hängt vom individuellen Befund ab.

Wer trägt ein höheres Risiko für Komplikationen?

Das individuelle Risiko hängt nicht nur vom Eingriff selbst ab. Auch Vorerkrankungen und frühere Operationen können eine Rolle spielen:

  • Revisionsoperationen sind mit einem deutlich höheren Infektionsrisiko verbunden als Erstimplantationen.¹
  • Diabetes mellitus kann das Infektionsrisiko ebenfalls erhöhen. Die verfügbare Evidenz hierfür wird als mittel eingestuft.⁴ Wie stark das individuelle Risiko durch die Blutzuckereinstellung beeinflusst wird, lässt sich anhand der bisherigen Daten jedoch nicht eindeutig bestimmen.⁸

Für die persönliche Risikoeinschätzung zählt deshalb nicht ein einzelner Faktor, sondern das Zusammenspiel aus Vorerkrankungen, früheren Eingriffen, Art des Implantats, Operationstechnik und weiteren individuellen Voraussetzungen.

Warum unterscheiden sich die angegebenen Infektionsraten so stark?

Die angegebenen Infektionsraten können zwischen Studien variieren. Gründe dafür sind unter anderem unterschiedliche Patientengruppen, Implantate, Behandlungszentren und Beobachtungszeiträume. Die Ergebnisse einer landesweiten Registeranalyse lassen sich deshalb beispielsweise nicht unmittelbar mit denen eines einzelnen spezialisierten Zentrums vergleichen.

Das zeigt auch eine spanische Langzeitauswertung eines einzelnen Zentrums mit 426 Patienten, deren Implantationen sich über einen Zeitraum von 27 Jahren erstreckten. Die implantatbedingte Infektionsrate lag insgesamt bei 3,9 Prozent. Im zeitlichen Verlauf sank sie zahlenmäßig von rund 5 auf rund 3 Prozent; dieser Unterschied war statistisch jedoch nicht signifikant. Als Risikofaktoren für eine Infektion wurden in dieser Untersuchung eine fehlende antibiotische Beschichtung der Prothese sowie ein postoperatives Hämatom identifiziert.²

Hat die Erfahrung des Operateurs Einfluss auf das Risiko?

Ja. Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen einem höheren Operationsvolumen und niedrigeren Infektions- beziehungsweise Revisionsraten bei Penisprothesen. Die Fallzahl allein bestimmt das Risiko jedoch nicht. Auch Faktoren wie die Patientenauswahl, ein eingespieltes OP-Team, standardisierte Abläufe und die Nachsorge können eine Rolle spielen.

„Nach über 15 Jahren Erfahrung in der Penisprothesenimplantation weiß ich, dass nicht allein die Wahl der Prothese über den Erfolg entscheidet, sondern vor allem die Erfahrung des Operateurs. Eine hohe Fallzahl, standardisierte operative Abläufe und die routinierte Beherrschung auch komplexer Situationen sind entscheidende Voraussetzungen, um das Komplikationsrisiko möglichst gering zu halten und optimale Ergebnisse zu erzielen. Deshalb empfehle ich Patienten, eine  enisprothesenimplantation in einem spezialisierten High-Volume-Center durchführen zu lassen, in dem diese Operation regelmäßig und mit entsprechender Expertise in der Penischirurgie durchgeführt wird. Dr. Franklin Kühhas, Facharzt für Urologie und Andrologie

Eine Registeranalyse von knapp 15.000 Männern mit einer mittleren Nachbeobachtungszeit von rund acht Jahren fand bei Operateuren mit den niedrigsten jährlichen Fallzahlen ein 2,1- bis 2,5-fach höheres Risiko für eine infektionsbedingte Revisionsoperation als bei Operateuren mit den höchsten Fallzahlen.³

Eine neuere Untersuchung von mehr als 18.000 Patienten in den USA zeigte ein ähnliches Muster auf Klinikebene: Die Infektionsrate lag bei Kliniken mit hohem Eingriffsvolumen bei 2,4 Prozent gegenüber 3,7 Prozent bei Kliniken mit niedrigerem Volumen.¹ Auch eine Übersichtsarbeit zu Risikofaktoren für Protheseninfektionen passt in dieses Bild: In einer der ausgewerteten Studien war die Komplikationsrate bei den ersten 20 Eingriffen eines Operateurs statistisch höher als bei den darauffolgenden 48 Eingriffen.⁴

Die Ergebnisse dieser Analysen sprechen dafür, bei der Wahl des Operateurs und des Zentrums sowohl auf die Spezialisierung auf Penisprothesenimplantationen als auch auf ein entsprechendes Operationsvolumen zu achten. Dies sind wichtige Faktoren, die Patienten bei ihrer Entscheidung berücksichtigen können.

Wie zuverlässig ist eine Penisprothese auf lange Sicht?

Moderne Penisprothesen können viele Jahre funktionieren. Ein mechanischer Defekt ist dennoch möglich und wird mit zunehmender Nutzungsdauer wahrscheinlicher. Betroffen sein können beispielsweise Pumpe, Zylinder oder Reservoir.

Die in Studien angegebene mechanische Haltbarkeit unterscheidet sich je nach Prothesenmodell und Beobachtungszeitraum. Eine Übersichtsarbeit nennt für verschiedene Modelle folgende Größenordnungen:

  • nach 2–3 Jahren: etwa 92–98 Prozent mechanisch funktionsfähig
  • nach 5–6 Jahren: etwa 90–93 Prozent
  • nach 10 Jahren: bei einigen älteren Modellgenerationen rund 77–81 Prozent⁵

Eine breitere Einordnung der Langzeithaltbarkeit liefert eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse von Miller et al. aus dem Jahr 2022. Sie fasste 12 Studien mit insgesamt 20.161 Patienten zusammen. Die ermittelte Prothesen-Überlebensrate betrug 93,3 Prozent nach einem Jahr, 91,0 Prozent nach drei Jahren, 87,2 Prozent nach fünf Jahren, 76,8 Prozent nach zehn Jahren, 63,7 Prozent nach 15 Jahren und 52,9 Prozent nach 20 Jahren.⁹

Abbildung 1: Langzeitüberleben hydraulischer Penisprothesen: Die Meta-Analyse von Miller et al. mit 20.161 Patienten zeigt die Prothesen-Überlebensraten bis 20 Jahre nach der Implantation.⁹

In neueren Studien lag die 5-Jahres-Überlebensrate mit 90,6 Prozent signifikant höher als in älteren Studien mit 82,1 Prozent. Als mögliche Erklärungen kommen technische Weiterentwicklungen der Implantate und Verbesserungen der Operationstechnik infrage; anhand der ausgewerteten Daten ließ sich die Ursache für diesen Unterschied jedoch nicht eindeutig bestimmen. Die Autoren schätzten die mediane Lebensdauer einer hydraulischen Penisprothese insgesamt auf etwa 20 Jahre.⁹

Welche weiteren Risiken sind möglich?

Neben Infektionen und mechanischen Problemen können weitere chirurgische Komplikationen auftreten. Dazu gehören beispielsweise:

  • Blutergüsse (Hämatome) im Operationsgebiet
  • Verletzungen benachbarter anatomischer Strukturen während des Eingriffs
  • Erosionen, bei denen eine Implantatkomponente Druck auf das umliegende Gewebe ausübt und dieses schädigen beziehungsweise durchdringen kann⁷

Solche Komplikationen können im Einzelfall eine weitere Behandlung oder einen erneuten operativen Eingriff erforderlich machen. Auch bei diesen Komplikationen kann die Spezialisierung und Erfahrung des Operateurs eine wichtige Rolle spielen.

Fazit: Wie sind die Risiken einer Penisprothese insgesamt einzuordnen?

Zu den wichtigsten Risiken einer Penisprothese gehören Infektionen, mechanische Defekte im Langzeitverlauf und weitere chirurgische Komplikationen. Bei einer Erstimplantation liegt das Infektionsrisiko meist bei etwa 1 bis 3 Prozent, während es bei Revisionsoperationen deutlich höher ist.¹

Mehrere große Datenanalysen zeigen zudem einen Zusammenhang zwischen einem höheren Operationsvolumen und niedrigeren Infektions- beziehungsweise Revisionsraten.¹,³ „Das Operationsvolumen und die Erfahrung des Behandlungsteams, insbesondere des Operateurs, bestimmen also die Risikobewertung des Eingriffes.

Statistische Durchschnittswerte lassen sich allerdings nicht unmittelbar auf den einzelnen Patienten übertragen. Vorerkrankungen, frühere Implantationen beziehungsweise Revisionseingriffe, die Art des Implantats und weitere individuelle Voraussetzungen können das persönliche Risiko beeinflussen. Eine individuelle Risikoeinschätzung ist deshalb nur im Rahmen eines ärztlichen Beratungsgesprächs möglich.

Sie überlegen eine Penisprothese und möchten wissen, welche Risiken in Ihrem persönlichen Fall zu berücksichtigen sind?

Gerne beraten wir Sie persönlich und ausführlich in unserer Ordination.

Jetzt Termin bei Dr. Kuehhas vereinbaren


Literaturverzeichnis

  • Nguyen, V., Sato, R., Loh-Doyle, J., Brant, W., Rojanasarot, S., Telang, S., & Hsieh, T.-C. (2025). A nationwide analysis of postpenile prosthesis infection: Do hospital and surgeon volume matter? Urology, 201, 159–166. https://doi.org/10.1016/j.urology.2025.03.039
  • Moncada, I., Krishnappa, P., Martinez-Salamanca, J. I., Palma-Hendges, L. P., Gonzalez-Garcia, F. J., Hernandez-Fernandez, C., & Lledo-Garcia, E. (2026). Excellent long-term device survival of inflatable penile prosthesis over 27 years. Asian Journal of Andrology, 28, 38–42. https://doi.org/10.4103/aja2024112
  • Onyeji, I. C., Sui, W., Pagano, M. J., Weinberg, A. C., James, M. B., Theofanides, M. C., Stember, D. S., Anderson, C. B., & Stahl, P. J. (2017). Impact of surgeon case volume on reoperation rates after inflatable penile prosthesis surgery. The Journal of Urology, 197(1), 223–229. https://doi.org/10.1016/j.juro.2016.08.083
  • Baird, B. A., Parikh, K., & Broderick, G. (2021). Penile implant infection factors: a contemporary narrative review of literature. Translational Andrology and Urology, 10(10), 3873–3884. https://doi.org/10.21037/tau-21-568
  • Amini, E., Saldivar, R., Hammad, M. A., & Barham, D. W. (2024). Malfunction and mechanical failure of the inflatable penile prosthesis: a narrative review of etiologies and management. AME Medical Journal, 9, 28. https://doi.org/10.21037/amj-23-110
  • Wilson, S. K., Delk, J. R., Salem, E. A., & Cleves, M. A. (2007). Long-term survival of inflatable penile prostheses: Single surgical group experience with 2,384 first-time implants spanning two decades. Journal of Sexual Medicine, 4(4 Pt 1), 1074–1079.
  • O’Rourke, T. K. Jr., Erbella, A., Zhang, Y., & Wosnitzer, M. S. (2017). Prevention, identification, and management of post-operative penile implant complications of infection, hematoma, and device malfunction. Translational Andrology and Urology, 6(Suppl 5), S832–S848. https://doi.org/10.21037/tau.2017.06.07
  • Haobus, M., Almannie, R., Aziz, M., Farag, M., Ralph, D., Mulhall, J., & Binsaleh, S. (2021). Correlation of fasting blood sugar at the time of penile prosthesis surgery with the level of glycated hemoglobin and the outcome of surgery. African Journal of Urology, 27, Artikel 90. https://doi.org/10.1186/s12301-021-00198-y
  • Miller, L. E., Khera, M., Bhattacharyya, S., Patel, M., Nitschelm, K., & Burnett, A. L. (2022). Long-term survival rates of inflatable penile prostheses: Systematic review and meta-analysis. Urology, 166, 6–10. https://doi.org/10.1016/j.urology.2022.03.026

Dr. med. Franklin Kuehhas

Über den Autor

Dr. med. Franklin Kuehhas Dr. med. Franklin Kuehhas zählt zu den führenden Spezialisten für männliche Genitalchirurgie in Europa und hat sich auf hochspezialisierte Eingriffe in diesem sensiblen Fachgebiet fokussiert. Seine Ausbildung absolvierte er an renommierten Universitätsklinken in Heidelberg und Wien sowie auch am University College London mit Spezialisierung auf rekonstruktive Andrologie. Seine Schwerpunkte liegen in der Behandlung der erworbenen Penisverkrümmung (Induratio penis plastica / Peyronie-Krankheit), die Korrektur angeborener Penisverkrümmungen, die Implantation von Penisprothesen sowie auch die ästhetische Intimchirurgie beim Mann.