Wann brauche ich eine Penisprothese?

21.08.2026

Eine Penisprothese kann für Männer mit einer schweren erektilen Dysfunktion eine dauerhafte Behandlungsmöglichkeit sein. Sie kommt vor allem dann in Frage, wenn eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion trotz anderer Therapien nicht mehr zuverlässig erreicht werden kann oder wenn diese Behandlungen aus medizinischen Gründen nicht geeignet sind.

Die Entscheidung für eine Penisprothese wird jedoch nicht allein davon abhängig gemacht, ob beispielsweise Medikamente nicht mehr ausreichend wirken. Entscheidend sind unter anderem die Ursache und die Ausprägung der Erektionsstörung, die bereits durchgeführten Behandlungen und die individuellen Erwartungen des Patienten.

Eine Penisprothese ist daher in der Regel nicht der erste Schritt zur Behandlung einer erektilen Dysfunktion. Sie stellt vielmehr eine operative Therapiemöglichkeit dar, wenn konservative Behandlungsoptionen ausgeschöpft sind oder keine zufriedenstellende Lösung bieten. Wann dieser Zeitpunkt erreicht ist und für welche Patienten eine Penisprothese sinnvoll sein kann, soll im Folgenden näher erläutert werden.

Was ist eine Penisprothese?

Eine Penisprothese, auch Schwellkörperimplantat genannt, ist ein operativ eingesetztes Implantat zur Behandlung einer erektilen Dysfunktion. Sie wird in den Schwellkörper des Penis eingesetzt und ermöglicht es dem Mann, bei Bedarf die für den Geschlechtsverkehr notwendige Steifigkeit des Penis bereitzustellen.

Die Penisprothese ersetzt dabei nicht den Penis selbst, sondern übernimmt die Funktion der Schwellkörper, wenn diese nicht mehr ausreichend in der Lage sind eine Erektion zu erzeugen oder aufrechtzuerhalten. Je nach Prothesenart kann die erforderliche Steifigkeit mechanisch erzeugt oder durch Positionierung der Prothese hergestellt werden.

 Welche Arten von Penisprothesen gibt es?

Grundsätzlich wird zwischen hydraulischen und semirigiden Penisprothesen unterschieden. Hydraulische Modelle bestehen aus miteinander verbundenen Komponenten und ermöglichen es, die Erektion mithilfe einer Pumpe gezielt herzustellen und wieder aufzulösen. Dadurch lässt sich der natürliche Funktionsmechanismus der Schwellkörper zwischen erschlafftem und erigiertem Zustand weitgehend nachbilden.

Semirigide Penisprothesen bestehen hingegen aus biegsamen Implantaten, die in den Schwellkörpern eingebracht werden und dem Penis dauerhaft eine gewisse Steifigkeit verleihen. Für den Geschlechtsverkehr wird der Penis in die entsprechende Position gebracht.

Welche Variante im individuellen Fall besser geeignet ist, hängt von verschiedensten Faktoren ab. Einen ausführlichen Vergleich beider Modelle finden Sie im Beitrag „Semirigide oder hydraulische Penisprothese – Welches Implantat passt besser zu mir?“

Wie funktioniert eine Penisprothese?

Eine Penisprothese übernimmt mechanisch die Funktion der körpereigenen Schwellkörper. Bei einer hydraulischen Penisprothese wird durch Betätigen einer im Hodensack platzierten Pumpe Flüssigkeit in die im Penis liegenden Zylinder befördert. Dadurch werden diese Zylinder aufgepumpt und der Penis erhält die für den Geschlechtsverkehr notwendige Steifigkeit. Im Anschluss kann die Flüssigkeit durch ein Ventil an der Pumpe abgelassen werden, sodass der Penis erneut erschlafft.

Semirigide Penisprothesen funktionieren hingegen ohne Pumpmechanismus. Sie verleihen dem Penis eine dauerhafte Grundsteifigkeit und werden für den Geschlechtsverkehr in die gewünschte Position gebracht.

Wann ist eine Penisprothese sinnvoll?

Eine Penisprothese kann sinnvoll sein, wenn eine schwere erektile Dysfunktion dauerhaft besteht und andere Behandlungsmöglichkeiten keine ausreichende Wirkung zeigen oder nicht angewendet werden können. In der Regel wird eine Penisprothese daher nicht als erste Wahl zur Therapie eingesetzt. Sie kommt vor allem dann in Betracht, wenn konservative Therapieoptionen ausgeschöpft sind.

Entscheidend ist dabei nicht allein, ob ein Therapieversuch gegen Erektionsstörungen einmal nicht funktioniert hat. Eine erektile Dysfunktion kann unterschiedliche Ursachen haben und entsprechend unterschiedliche Behandlungsansätze erfordern. Vor der Entscheidung für ein Schwellkörperimplantat sollte daher geklärt werden, welche Ursache der Erektionsstörung zugrunde liegt und welche Therapieoptionen bereits versucht wurden.

Eine Penisprothese kommt insbesondere bei einer organisch bedingten und nicht ausreichend behandelbaren erektilen Dysfunktion in Frage. Welche Situationen dabei eine Implantation sinnvoll machen können, wird in den folgenden Abschnitten näher erläutert.

Eine fachärztliche Untersuchung und ausführliche Beratung sind deshalb wesentliche Voraussetzungen für die Entscheidung. Ziel ist nicht, möglichst früh eine operative Therapie einzusetzen, sondern die Behandlung zu wählen, die zur Ursache der Erektionsstörung und zur individuellen Situation des Patienten passt.

Bei schwerer erektiler Dysfunktion

Eine Penisprothese kommt vor allem bei Männern mit einer schweren und dauerhaft bestehenden erektilen Dysfunktion in Frage. Dabei ist die Erektionsfähigkeit so stark eingeschränkt, dass keine ausreichende oder verlässliche Erektion für den Geschlechtsverkehr erreicht werden kann. Besonders relevant wird eine operative Behandlung, wenn eine organische Ursache vorliegt und eine ausreichende Wiederherstellung der natürlichen Erektionsfähigkeit nicht zu erwarten ist. Voraussetzung hierfür ist eine sorgfältige fachärztliche Abklärung, bei der Ursache und Ausprägung der Erektionsstörung beurteilt werden.

Wenn Medikamente nicht mehr ausreichend wirken

Medikamente wie PDE-5-Hemmer sind eine häufig eingesetzte Behandlung bei erektiler Dysfunktion. Bei manchen Männern lässt sich damit jedoch keine ausreichend starke oder zuverlässige Erektion erreichen. Auch können bestimmte Erkrankungen, Wechselwirkungen oder Nebenwirkungen die Anwendung einschränken.

Bleibt die medikamentöse Behandlung trotz fachgerechter Anwendung ohne zufriedenstellenden Erfolg, können weitere Therapieoptionen geprüft werden. Eine Penisprothese kommt insbesondere dann in Betracht, wenn auch andere geeignete Behandlungsverfahren keine ausreichende Erektionsfähigkeit ermöglichen oder für den Patienten nicht in Frage kommen.

Wenn andere Erektionshilfen keinen Erfolg bringen

Neben Medikamenten stehen bei erektiler Dysfunktion weitere Therapieoptionen zur Verfügung. Dazu gehören beispielsweise die Vakuumtherapie und die Schwellkörper-Autoinjektionstherapie (SKAT). Welche Therapie geeignet ist, hängt von der Ursache der Erektionsstörung und der individuellen Situation des Patienten ab.

Führen auch geeignete nicht-operative Behandlungen nicht zu einer ausreichend zuverlässigen Erektion oder sind sie für den Patienten nicht praktikabel, kann eine Penisprothese als dauerhafte Therapieoption in Betracht gezogen werden.

Bei bestimmten Erkrankungen oder nach Operationen

Eine schwere erektile Dysfunktion kann auch als Folge bestimmter Erkrankungen oder medizinischer Eingriffe auftreten. Dazu zählen beispielsweise Schädigungen von Nerven oder Blutgefäßen sowie Veränderungen des Schwellkörpergewebes. Auch nach Operationen im Beckenbereich, etwa an der Prostata, kann die Erektionsfähigkeit dauerhaft beeinträchtigt sein.

Wenn sich die Erektionsfähigkeit nicht ausreichend erholt und andere Therapien nicht den erwünschten Erfolg erzielen, kann eine Penisprothese eine Behandlungsoption darstellen. Entscheidend sind dabei die zugrunde liegende Ursache, das Ausmaß der Erektionsstörung und die individuelle Prognose.

Bei IPP und gleichzeitiger erektiler Dysfunktion

Auch bei einer Induratio penis plastica (IPP) kann eine Penisprothese in Frage kommen, wenn zusätzlich eine ausgeprägte erektile Dysfunktion besteht. Bei einer IPP führen Veränderungen im Bindegewebe zu Verhärtungen im Bereich der Schwellkörper. Diese können unter anderem eine Verkrümmung des Penis verursachen.

Besteht gleichzeitig eine schwere Erektionsstörung, die sich mit anderen geeigneten Therapien nicht ausreichend behandeln lässt, kann eine Penisprothese eine Behandlungsoption darstellen. Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt sowohl vom Ausmaß der Penisverkrümmung als auch von der vorhandenen Erektionsfähigkeit und der individuellen Situation des Patienten ab.

Wann ist es noch zu früh für eine Penisprothese?

Eine Penisprothese ist in der Regel nicht die erste Behandlungsoption bei erektiler Dysfunktion. Bevor diese operative Therapie in Betracht gezogen wird, sollte zunächst die grundlegende Ursache der Erektionsstörung möglichst genau abgeklärt werden. Abhängig davon stehen verschiedene konservative und medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Insbesondere bei neu aufgetretenen Erektionsproblemen oder wenn bisher nur eine einzelne Therapie versucht wurde, kann es zu früh sein, über eine Penisprothese nachzudenken. Auch wenn beispielsweise PDE-5-Hemmer nicht den gewünschten Erfolg erzielen, bedeutet dies nicht automatisch, dass keine anderen Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen.

Nicht jede erektile Dysfunktion ist ausschließlich organischen Ursprungs. Stress, psychische Belastungen, Versagensängste, Leistungsdruck oder partnerschaftliche Probleme können die Erektionsfähigkeit negativ beeinflussen. Liegt eine überwiegend psychogene Ursache vor, sollten zunächst entsprechende Behandlungsansätze verfolgt werden. Auch Mischformen aus organischen und psychischen Faktoren sind möglich, weshalb eine sorgfältige Ursachenabklärung vorrangig ist.

Je nach Ursache und Ausprägung der erektilen Dysfunktion können neben Medikamenten beispielsweise eine Vakuumpumpe, die Schwellkörper-Autoinjektionstherapie (SKAT) oder eine extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) als nicht-operative Behandlungsoption in Frage kommen.

Erst wenn geeignete konservative Behandlungsmöglichkeiten keine ausreichende oder zufriedenstellende Erektionsfähigkeit ermöglichen, kann eine Penisprothese als Therapieoption besprochen werden.

Wie fällt die Entscheidung für oder gegen eine Penisprothese?

Ob eine Penisprothese die richtige Behandlung ist, lässt sich nicht anhand eines einzelnen Symptoms oder eines erfolgslosen Therapieversuchs entscheiden. Für die Entscheidung ist vielmehr das Gesamtbild entscheidend: Ursache und Ausprägung der erektilen Dysfunktion, bisherige Behandlungen, körperliche Voraussetzungen und die persönlichen Erwartungen des Patienten.

Untersuchung und Ursachenklärung

Am Anfang steht eine genaue Abklärung der Erektionsstörung. Dabei wird beurteilt, ob vorwiegend organische Ursachen vorliegen und wie stark die Erektionsprobleme ausgeprägt sind. Ebenso müssen Begleiterkrankungen und andere Faktoren berücksichtigt werden, die für eine weitere Behandlung relevant sind. Diese Abklärung ist vorrangig, um festzustellen, ob die Indikation für ein Schwellkörperimplantat besteht.

Bisherige Behandlungen

Ein weiterer wichtiger Punkt in diesem Entscheidungsprozess ist die bisherige Therapie. Welche Behandlungen wurden bereits durchgeführt? Haben gewisse Therapiemaßnahmen zumindest teilweise gewirkt? Gibt es noch eine geeignete konservative Therapie mit realistischer Aussicht auf ein zufriedenstellendes Ergebnis?

Sind solche konservativen Therapieoptionen ausgeschöpft, kann die Penisprothese als dauerhafte Behandlungsoption in Erwägung gezogen werden.

Erwartungen an Sexualität und Alltag

Neben den medizinischen Voraussetzungen spielen die persönlichen Erwartungen an Sexualität und Alltag eine wesentliche Rolle. Ebenso sollte berücksichtigt werden, wie stark die erektile Dysfunktion die Sexualität und Lebensqualität des Patienten beeinträchtigt. Eine Penisprothese soll vor allem wieder ermöglichen, die für den Geschlechtsverkehr notwendige Steifigkeit des Penis wiederzuerlangen und aktiv an Sexualität teilnehmen zu können. Vor der Entscheidung hierzu sollte daher besprochen werden, welches Ergebnis sich der Patient erwartet und was sich durch die Prothese verändern kann.

Was kann ich von einer Penisprothese erwarten?

Das wesentliche Ziel einer Penisprothese ist es, bei einer schweren erektilen Dysfunktion wieder eine ausreichende Steifigkeit des Penis für den Geschlechtsverkehr zu ermöglichen. Im Vergleich zu konservativen Therapien oder Erektionshilfen wird dies dabei mechanisch durch das eingesetzte Implantat ermöglicht.

Eine Penisprothese stellt jedoch den natürlichen Erektionsmechanismus nicht wieder her. Vielmehr ersetzt das Implantat die nicht mehr ausreichend funktionierende Mechanik der körpereigenen Schwellkörper. Bei einer hydraulischen Penisprothese bestimmt der Patient selbst, wann er eine Erektion erzeugen und wieder beenden möchte und bei einer semirigiden Penisprothese wird der Penis wie gewünscht durch die formbaren Zylinder positioniert.

Für die Entscheidung sind jedoch nicht nur die erreichbare Steifigkeit und die Funktionsweise des Implantats relevant. Viele Patienten möchten wissen, wie sich eine Penisprothese auf Geschlechtsverkehr, Empfindungsvermögen und Orgasmusfähigkeit auswirkt und ob das Implantat im Alltag auch von außen erkennbar ist. Auch die Bedienung und Handhabung im alltäglichen Leben sind für diese Entscheidung relevant.

Ausführliche Informationen zu diesen Fragen finden Sie auf unserer Behandlungsseite zur Handhabung und zum Leben mit einer Penisprothese.

Fazit: Wann brauche ich eine Penisprothese?

Der Zeitpunkt, über eine Penisprothese nachzudenken, ist vor allem dann erreicht, wenn die erektile Dysfunktion dauerhaft besteht und die bisherigen Behandlungsmöglichkeiten keine zufriedenstellende Lösung mehr bieten. Im Mittelpunkt steht dabei nicht ein erfolgloser Therapieversuch, sondern die Frage, welche realistischen Möglichkeiten im individuellen Fall noch zur Verfügung stehen.

Eine Penisprothese kann insbesondere für Männer eine Option sein, die trotz entsprechender Behandlung keine verlässliche Erektion für den Geschlechtsverkehr erreichen und sich eine langfristige Lösung wünschen.

Ob dieser Schritt sinnvoll ist und welche Penisprothese in Frage kommt, lässt sich letztlich nur auf Basis einer genauen Diagnose und der persönlichen Situation beurteilen. Umso wichtiger ist es, eine spezialisierte fachärztliche Beratung in Anspruch zu nehmen, um die individuell geeigneten Therapiemöglichkeiten zu besprechen.

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Dr. med. Franklin Kuehhas

Über den Autor

Dr. med. Franklin Kuehhas Dr. med. Franklin Kuehhas zählt zu den führenden Spezialisten für männliche Genitalchirurgie in Europa und hat sich auf hochspezialisierte Eingriffe in diesem sensiblen Fachgebiet fokussiert. Seine Ausbildung absolvierte er an renommierten Universitätsklinken in Heidelberg und Wien sowie auch am University College London mit Spezialisierung auf rekonstruktive Andrologie. Seine Schwerpunkte liegen in der Behandlung der erworbenen Penisverkrümmung (Induratio penis plastica / Peyronie-Krankheit), die Korrektur angeborener Penisverkrümmungen, die Implantation von Penisprothesen sowie auch die ästhetische Intimchirurgie beim Mann.