Verhärtungen, Knoten & Knubbel am Penis

10.06.2020

Verhärtungen, Knoten & Knubbel am Glied

Findet „Mann“ bei der Untersuchung seines Penis Verhärtungen ist meist die Angst vor einer Krebserkrankung nicht weit. Deutlich häufiger als Peniskrebs weisen Knoten und Knubbel am Penis aber auf eine erworbene Penisverkrümmung (Induratio Penis Plastica) hin.

Peniskarzinom: Meist eine Form von Hautkrebs

Die häufigste Form von „Peniskrebs“ ist das Plattenepithelkarzinom des Penis. Etwa 95% aller das Glied betreffenden bösartigen Tumore entfallen auf diese Krebserkrankung. Seltener finden sich maligne Melanome, Basalzellkarzinome oder andere Weichteiltumore.

Dabei ist auch das Plattenepithelkarzinom des Penis mit circa 600 Neuerkrankungen in Deutschland eine eher seltene Erkrankung.

Plattenepithelkarzinome gehen von der oberflächlichen Zellschicht der Haut oder Schleimhaut aus. Am Penis zeigen sie sich durch Verhärtungen, kleine Knötchen, Geschwüre oder einfachen Rötungen.

Dabei bilden sich diese Symptome meist eher an der Penisspitze, Eichel und Vorhaut aus und gehen erst später auf den Schaft über. Später kann es auch zu lokalen Blutungen der Geschwüre kommen und der Krebs schließlich in benachbarten Gewebe (Schwellkörper, Harnröhre, Prostata, Leisten-Lymphknoten) Metastasen bilden.

Wird Peniskrebs frühzeitig erkannt und kann der lokale Tumor entfernt werden, bevor der Krebs metastasiert bestehen sehr gute Heilungschancen.

Knoten am Penis: Eher IPP-Plaque als Peniskrebs

Weit häufiger als auf Peniskrebs sind Verhärtungen am Glied, in Form kleiner Knoten oder „Knubbel“ am Schwellkörper auf eine Induratio Penis Plastica zurückzuführen.

Diese IPP beschreibt eine plastische Verhärtung des Penis die schlussendlich in einer Penisverkrümmung endet. Eine solche erworbenene Penisverkrümmung betrifft Schätzungen zufolge etwa 10% aller Männer

Die Knoten am Schwellkörper werden als Plaque bezeichnet: Die Verhärtungen führen dazu, dass sich die Schwellkörper bei einer Erektion nicht mehr gleichmäßig entfalten können und der Penis schief wird und sogar ein deutlicher „Knick im Penis“ entsteht.

Plaque am Penis: Wo finden sich die Knötchen?

In der Regel befinden sich die Plaques auf der Oberseite des Penis, aber sie können auch auf der Unterseite des Penis gefunden werden. Manchmal führen die Plaques lediglich zu kleinen Dellen, bei den meisten Patienten kommt es aber zu einem sichtbaren „Knick“, bei einigen bilden die Plaques sich sogar ringförmig rund um den gesamten Schaft, was dem erigierten Penis eine sanduhrartige Erscheinung gibt.

Aus welchem Grund sich die Plaques überhaupt ausbilden ist medizinisch noch nicht klar. Einige Mediziner glauben, dass die mit der IPP-Krankheit verbundenen Plaques auf geringfügige Verletzungen am Glied zurückzuführen sind, die nicht richtig abheilen.  Stattdessen bildet der Körper an der Stelle ungewöhnlich viel Narbengewebe – die Plaques – aus.

Wenn Sie Verhärtungen in Form von Knoten, Knubbeln oder Knorpel an Ihrem Penis bemerken, suchen Sie frühzeitig einen Spezialisten auf. Egal an welcher Stelle sich die Verhärtung am Glied befindet: Am Schwellkörper, der Haut am Schaft, der Eichel oder der Vorhaut. Je früher das Problem erkannt und behandelt wird, desto besser die Chancen auf Heilung.

Über den Autor

Dr. med. Franklin Kuehhas Dr. Kuehhas ist Facharzt für Urologie und Andrologie. Er durchlief seine Ausbildung und Spezialisierung an den Medizinischen Universitätskliniken in Heidelberg und Wien sowie am University College London. Dort erwarb er auch seine Spezialisierung im Bereich der rekonstruktiven Andrologie. Zu den Schwerpunkten von Dr. Kuehhas zählen die Behandlung der Induratio penis plastica, der angeborenen Penisverkrümmung, die Implantation von Penisprothesen und auch die ästhetische Genitalchirurgie beim Mann.