Guter Sex = langes Leben?

29.09.2020

Wie Sexualität die Sterblichkeit beeinflussen könnte

Dass Sex gut für die Gesundheit, die Lebensqualität und das allgemeine Wohlbefinden ist, haben schon diverse Studien gezeigt. Bislang war jedoch nicht ganz klar, ob es auch einen Zusammenhang zwischen sexueller Aktivität und Langlebigkeit gibt.

Im renommierten Journal of Sexual Medicine konnten Wissenschaftler nun einen Zusammenhang zwischen sexueller Aktivität und Sterblichkeitsrisiko aufzeigen.

In einer aktuellen Studie sammelten Forscher Angaben zum Sexualverhalten in den vergangenen 12 Monate von 15.269 Personen (umfasste 7.765 männlich und 7.504 weiblich) im Alter zwischen 20 und 59 Jahren.
Dabei gaben die meisten Teilnehmer an zwischen 2-11 Mal pro Jahr und 52-103 Mal pro Jahr Sex zu haben. Etwa 7% gaben an, im vergangenen Jahr nur einmal oder gar keine Sex gehabt zu haben, 14% wollten 104 Mal oder öfter sexuell aktiv gewesen sein. Die Häufigkeit sexueller Aktivität war bei Männern und Frauen dabei recht ähnlich.

Diese Daten verknüpfen die Forscher schließlich mit Informationen aus den NHANES Linked Mortality Files in denen in den USA statistische Zahlen zu Todesfällen erhoben werden. Im beobachteten Zeitraum (2005 bis 2014 ) waren 228 Teilnehmer gestorben. Neunundsechzig dieser Todesfälle waren auf Krebserkrankungen zurückzuführen, 29 starben in Folge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Niedrigere Mortalität bei häufigem Geschlechtsverkehr

Bei der Analyse der Daten stellten die Forscher fest, dass Teilnehmer, die angegeben hatten häufiger Geschlechtsverkehr zu haben, ein geringere Sterblichkeit aufzeigten.

Denn die Mortalitätsraten für Todesfälle im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs waren bei denjenigen, die mindestens 52 Mal pro Jahr Sex hatten, niedriger als bei denjenigen, die nur einmal pro Jahr oder gar nicht Sex hatten.

Eine Erklärung für diesen Zusammenhang sieht die Studie in den positiven Auswirkungen die Sex auf unsere Gesundheit hat:

So ist Sex nicht nur eine körperliche Aktivität, die mit körperlicher Betätigung verglichen werden kann, sondern beim Sex werden auch zahlreiche Endorphine freigesetzt, die für Glücksgefühle sorgen. Auch die gemeinsam erlebte Intimität mit dem Partner kann gut für die Gesundheit sein.

Ein eindeutiger Ursache-Wirkung-Zusammenhang zwischen Sexualität und Sterblichkeit könne aber nicht festgestellt werden. Denn natürlich kann es auch sein, dass frühe Symptome einer Krankheit, die früher oder später zum Tod führt, bereits vor der Diagnose der Erkrankung zu einem Rückgang der sexuellen Aktivität führt.

 

Mehr Infos unter auf den Seiten der International Society of Sexual Medicine

Über den Autor

Dr. med. Franklin Kuehhas Dr. Kuehhas ist Facharzt für Urologie und Andrologie. Er durchlief seine Ausbildung und Spezialisierung an den Medizinischen Universitätskliniken in Heidelberg und Wien sowie am University College London. Dort erwarb er auch seine Spezialisierung im Bereich der rekonstruktiven Andrologie. Zu den Schwerpunkten von Dr. Kuehhas zählen die Behandlung der Induratio penis plastica, der angeborenen Penisverkrümmung, die Implantation von Penisprothesen und auch die ästhetische Genitalchirurgie beim Mann.