Frauen bevorzugen beschnittene Männer

30.07.2019

Die Entfernung der Vorhaut, die den Peniskopf bedeckt, ist eine Praxis die in Kulturen auf der ganzen Welt vorkommt. Entstanden sein dürfte die männliche Beschneidung schon vor etwa 220.000 Jahren in Afrika. Die Gründe für eine Beschneidung sind dabei einerseits kulturell religiös bzw. rituell motiviert (Brit Mila im Judentum oder Chitan im Islam), andererseits gibt es auch medizinische und ästhetische Motive.

Aber auch die Vorstellung, dass Frauen beschnittene männliche Partner bevorzugen, hat eine lange Geschichte. So ist mitunter die vorherrschende Meinung, dass beschnittene Männer beim Geschlechtsverkehr länger „durchhalten“ und ihre Partnerinnen so besser befriedigen können.

Sie Interessieren sich für eine ästhetische Beschneidung?

Jetzt Termin anfragen!

Der kürzlich im Fachmagazin Sexual Medicine erschienene Artikel „Sex and Male Circumcision: Women’s Preferences Across Different Cultures and Countries: A Systematic Review“ beschäftigte sich nun aus wissenschaftlicher Perspektive mit der Frage, wie Frauen zu beschnittenen Penissen stehen und aus welchen Gründen sie beschnittene oder eben unbeschnittene Männer bevorzugen.

Dazu wollten die Forscher auch wissen, wie Frauen einer Beschneidung der eigenen Söhne gegenüberstehen.

Dabei wurden 29 Studien analysiert, die sich mit Beschneidung in verschiedenen Ländern weltweit beschäftigten. Die Daten stammten aus verschiedenen Ländern in Nordamerika, Europa, Australien, Asien und Afrika.

Dabei stellten die Autoren fest, dass die “ überwiegende Mehrheit der Studien“ zum Schluss kommt, dass Frauen beschnittene Penisse bevorzugen. Selbst in Ländern in denen Beschneidung nicht die Norm war, fand eine Mehrheit der Frauen beschnittene Männer attraktiver.

Warum bevorzugen Frauen beschnittene Partner?

Die Vorliebe vieler Frauen für beschnitte Männer wurde dabei ganz verschieden begründet. Frauen empfinden einen beschnittenen Penis als hygienischer und ästhetischer: Das Glied sei sauberer, „angenehmer anzufassen“ und rieche besser. Dazu führten Frauen auch an, mit einem beschnittenen Mann in sexueller Hinsicht zufriedener zu sein. Doch auch gesundheitliche Gründe wurden genannt: Frauen assoziierten beschnittene Penise mit einem verringerten Risiko für sexuell übertragbare Infektionen (STIs), einschließlich HIV.

Auch in Hinblick auf eine Beschneidung der eigenen Söhne tendieren Mütter dazu Ihre Kinder beschneiden zu lassen. Auch hier spielten ein geringeres Krankheitsrisiko und eine verbesserte Hygiene eine tragende Rolle. Dazu kommen Tradition, Religion und die gesellschaftliche Norm des jeweiligen Kulturbereichs.

Mehr als soziokulturelle Präferenz

Die Autoren folgern, dass die Präferenz von Frauen für einen beschnittenen männlichen Partner mehr ist als nur eine soziokulturelle Präferenz, vor allem im Hinblick auf ein geringeres Ansteckungsrisiko für sexuell übertragbare Krankheiten.

Quelle: Artikel in Sexual Medicine, dem offiziellen Journal der International Society for Sexual Medicine

Dr. med. Franklin Kuehhas

Über den Autor

Dr. med. Franklin Kuehhas Dr. Kuehhas ist Facharzt für Urologie und Andrologie. Er durchlief seine Ausbildung und Spezialisierung an den Medizinischen Universitätskliniken in Heidelberg und Wien sowie am University College London. Dort erwarb er auch seine Spezialisierung im Bereich der rekonstruktiven Andrologie. Zu den Schwerpunkten von Dr. Kuehhas zählen die Behandlung der Induratio penis plastica, der angeborenen Penisverkrümmung, die Implantation einer Penisprothese und auch die ästhetische Genitalchirurgie beim Mann.