Wie stellt ein Arzt fest, ob ich eine Penisverkrümmung habe?

14.08.2026

Eine Penisverkrümmung zeigt sich meist erst bei einer Erektion und lässt sich daher am schlaffen Penis nur eingeschränkt beurteilen. Viele Männer fragen sich deshalb, ob ihre Krümmung noch einer normalen anatomischen Variante entspricht oder ob eine behandlungsbedürftige Penisverkrümmung vorliegt.

Für die Diagnose einer Penisverkrümmung sind neben einem ausführlichen Gespräch über Beginn, Verlauf und mögliche Beschwerden vor allem die körperliche Untersuchung und die Beurteilung des erigierten Penis entscheidend. Dabei können unter anderem Richtung und Ausmaß der Verkrümmung sowie mögliche Veränderungen des Penisgewebes beurteilt werden. Zusätzliche Untersuchungen wie eine Ultraschalluntersuchung einschließlich Doppler-Sonografie ergänzen die Diagnostik.

Wie eine Penisverkrümmung fachärztlich untersucht wird, welche Untersuchungsmethoden zur Verfügung stehen und warum die Beurteilung während einer Erektion eine wichtige Rolle spielt, erklären wir in diesem Beitrag.

Anamnese: Wie wird eine Penisverkrümmung diagnostiziert?

Die Diagnose einer Penisverkrümmung beginnt mit einer ausführlichen Anamnese. Dabei werden unter anderem Beginn und Verlauf der Verkrümmung, mögliche Schmerzen, Veränderungen der Erektionsfähigkeit sowie Einschränkungen beim Geschlechtsverkehr besprochen.

Anschließend folgt die körperliche Untersuchung. Dabei achtet der Urologe insbesondere auf tastbare Verhärtungen, Plaques oder andere Veränderungen des Penisgewebes.

Für die genaue Beurteilung der Verkrümmung ist jedoch insbesondere der erigierte Zustand entscheidend. Erst während der Erektion lassen sich Richtung, Ausmaß und Form der Verkrümmung zuverlässig bestimmen und dokumentieren. Eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung sowie Doppler-Sonografie ermöglicht es, das Penisgewebe, mögliche Plaques und die Durchblutung genauer zu untersuchen.

Auf Grundlage der Anamnese und der objektiven Untersuchungsergebnisse kann der Arzt schließlich beurteilen, welche Form der Penisverkrümmung vorliegt und ob eine weitere Behandlung erforderlich ist.

Warum muss der Penis im erigierten Zustand untersucht werden?

Eine Penisverkrümmung lässt sich im schlaffen Zustand nur eingeschränkt beurteilen. Erst während einer vollständigen Erektion wird sichtbar, wie sich der Penis unter Spannung tatsächlich verformt. Deshalb ist die Untersuchung des erigierten Penis ein wesentlicher Bestandteil einer objektiven Beurteilung der Penisverkrümmung.

Dabei wird nicht nur der Winkel der Verkrümmung bestimmt. Der Arzt beurteilt auch, in welche Richtung der Penis gekrümmt ist und an welcher Stelle die Krümmung am stärksten ausgeprägt ist. Zusätzlich können Formveränderungen sichtbar werden, beispielsweise Einschnürungen, Einziehungen oder sogenannte Sanduhr-Deformitäten. Auch eine mögliche Verkürzung oder Instabilität des Penisschaftes kann für die weitere Beurteilung relevant sein.

Die Untersuchung während einer Erektion hilft somit, das tatsächliche Ausmaß und die Form der Penisverkrümmung objektiv zu erfassen und zu dokumentieren. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn aufgrund der Beschwerden eine Behandlung oder operative Korrektur in Betracht gezogen wird.

Für eine möglichst standardisierte Beurteilung kann die Erektion im Rahmen der Untersuchung medikamentös ausgelöst werden. Dadurch kann der Arzt die Verkrümmung direkt untersuchen und vermessen sowie weitere Untersuchungen, beispielsweise eine Doppler-Sonografie, unter vergleichbaren Bedingungen durchführen.

Wie läuft die Untersuchung beim Urologen ab?

Die Untersuchung einer Penisverkrümmung erfolgt in mehreren Schritten. Zu Beginn steht das ausführliche Anamnesegespräch. Dabei fragt der Arzt unter anderem, seit wann die Verkrümmung besteht, ob sie sich im Laufe der Zeit verändert hat und ob Beschwerden wie Schmerzen bei der Erektion oder Schwierigkeiten beim Geschlechtsverkehr vorliegen. Auch Veränderungen der Erektionsfähigkeit und Verletzungen oder vorausgegangene Eingriffe am Penis können für die Beurteilung relevant sein.

Anschließend wird der Penis im schlaffen Zustand untersucht und abgetastet. So können beispielsweise Verhärtungen oder tastbare Plaques erkannt werden, die auf eine erworbene Penisverkrümmung im Rahmen einer Induratio penis plastica (IPP, Peyronie-Krankheit) hinweisen können.

Für die genaue Beurteilung der Verkrümmung ist danach eine Erektion erforderlich. Diese kann im Rahmen der Untersuchung durch eine Schwellkörperinjektion medikamentös ausgelöst werden. Sobald eine ausreichende Erektion erreicht ist, werden Richtung, Winkel und Form der Verkrümmung beurteilt und dokumentiert. Auch mögliche Einziehungen, Einschnürungen oder andere Formveränderungen können dabei genauer erfasst werden.

Zusätzlich erfolgt eine Ultraschalluntersuchung mit Doppler-Sonografie, mit der das Gewebe der Schwellkörper, mögliche Plaques und die Durchblutung des Penis genauer untersucht werden können. Die Ergebnisse der einzelnen Untersuchungsschritte ergeben gemeinsam ein möglichst vollständiges Bild der Penisverkrümmung und bilden die Grundlage für die weitere Therapieplanung.

Welche Rolle spielen Fotos bei der Beurteilung einer Penisverkrümmung?

Fotos des erigierten Penis können bei der Beurteilung einer Penisverkrümmung eine hilfreiche Ergänzung sein. Sie ermöglichen dem Arzt einen ersten Eindruck davon, in welche Richtung und wie stark der Penis gekrümmt ist. Auch bestimmte Deformitäten oder Einziehungen können auf den Aufnahmen sichtbar werden.

Besonders hilfreich können solche Aufnahmen im Rahmen einer ersten Konsultation per Videocall sein. Dies ist beispielsweise für internationale Patienten relevant, die für eine erste Einschätzung nicht unmittelbar vor Ort sein können. Anhand geeigneter Fotos können bereits grundlegende Fragen zur Art und Ausprägung der Verkrümmung besprochen und mögliche weitere diagnostische oder therapeutische Schritte eingeordnet werden.

Damit Fotos möglichst aussagekräftig sind, sollte der Penis vollständig erigiert und aus mehreren Perspektiven, beispielsweise von oben und von der Seite, fotografiert werden. Insbesondere für die Verlaufskontrolle können vergleichbare Aufnahmen hilfreich sein, um Veränderungen der Verkrümmung über einen längeren Zeitraum zu dokumentieren.

Patientenfotos haben jedoch auch Grenzen. Perspektive, Kamerawinkel und eine nicht vollständig ausgeprägte Erektion können den tatsächlichen Grad der Verkrümmung auf einem Foto anders erscheinen lassen. Zudem lassen sich die Beschaffenheit des Penisgewebes, mögliche Plaques und die Durchblutung anhand eines Fotos nicht beurteilen.

Fotos können die Diagnostik daher sinnvoll ergänzen und insbesondere bei der ersten Einschätzung oder Verlaufskontrolle unterstützen. Eine fachärztliche Untersuchung mit objektiver Beurteilung der Verkrümmung und gegebenenfalls weiterführender Diagnostik können sie jedoch nicht ersetzen.

Braucht man bei einer Penisverkrümmung einen Ultraschall oder ein MRT?

Eine Ultraschalluntersuchung kann bei der Abklärung einer Penisverkrümmung wichtige zusätzliche Informationen liefern. Während sich durch die Untersuchung des erigierten Penis vor allem Form, Richtung und Ausmaß der Verkrümmung beurteilen lassen, ermöglicht der Ultraschall einen genaueren Blick auf das Penisgewebe. So können beispielsweise Plaques oder Verkalkungen erkannt und genauer lokalisiert werden.

Ergänzend kann eine Doppler-Sonografie durchgeführt werden. Dabei wird die Durchblutung des Penis beurteilt, was insbesondere dann relevant ist, wenn zusätzlich eine eingeschränkte Erektionsfähigkeit besteht. In unserer Ordination sind die Ultraschalluntersuchung und die Doppler-Sonografie Bestandteil der umfassenden diagnostischen Abklärung einer Penisverkrümmung.

Eine Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) ist dagegen für die routinemäßige Abklärung einer Penisverkrümmung in der Regel nicht erforderlich. Die wesentlichen Informationen für die Diagnose und weitere Therapieplanung lassen sich meist durch Anamnese, körperliche Untersuchung, Beurteilung des erigierten Penis sowie durch Ultraschall und Doppler-Sonografie gewinnen.

Welche Untersuchungen im Einzelfall erforderlich sind, richtet sich letztlich nach der Form der Penisverkrümmung, den vorhandenen Beschwerden und der individuellen Fragestellung.

Woran wird erkannt, ob eine Penisverkrümmung angeboren oder erworben ist?

Für die weitere Behandlung ist es wichtig zu unterscheiden, ob eine Penisverkrümmung angeboren ist oder ob diese erst im Laufe des Lebens entstanden ist. Wichtige Hinweise darauf ergeben sich bereits aus dem Anamnesegespräch und dem bisherigen Verlauf.

Eine angeborene Penisverkrümmung besteht grundsätzlich seit der Geburt, wird jedoch häufig erst während der Pubertät wahrgenommen, wenn die Erektionen stärker ausgeprägt sind und die Entwicklung des Penis weitgehend abgeschlossen ist. Typischerweise bleibt die Verkrümmung nach Abschluss des Wachstums relativ stabil. Tastbare Plaques oder Verhärtungen des Penisgewebes liegen bei einer isolierten angeborenen Penisverkrümmung in der Regel nicht vor.

Eine erworbene Penisverkrümmung entsteht hingegen erst im Laufe des Lebens. Eine häufige Ursache ist die Induratio penis plastica (IPP, Peyronie-Krankheit), bei der sich Veränderungen der Tunica albuginea entwickeln. Betroffene berichten häufig, dass sich Form oder Krümmung des zuvor geraden oder anders geformten Penis verändert haben. Insbesondere in der aktiven Phase können Schmerzen bei der Erektion auftreten. Je nach Ausprägung können außerdem Plaques, Einziehungen, Einschnürungen oder eine Verkürzung des Penis vorhanden sein.

„In meiner Praxis behandeln wir sowohl angeborene als auch erworbene Penisverkrümmungen. Entscheidend ist zunächst eine genaue Diagnostik, denn die geeignete Behandlung richtet sich immer nach Ursache, Ausprägung und individuellen Beschwerden.“
– Dr. Franklin Kuehhas

Anamnese und körperliche Untersuchung liefern daher wichtige Hinweise darauf, um welche Form der Penisverkrümmung es sich handelt. Die Untersuchung des erigierten Penis sowie gegebenenfalls bildgebende Untersuchungen helfen dabei, den Befund genauer einzuordnen und die weitere Behandlung entsprechend zu planen.

Wann sollte ich eine Penisverkrümmung untersuchen lassen?

Eine Penisverkrümmung kann unabhängig davon, wie lange sie bereits besteht, fachärztlich abgeklärt werden. Eine Untersuchung ist insbesondere dann sinnvoll, wenn die Verkrümmung Schmerzen verursacht, den Geschlechtsverkehr beeinträchtigt, Veränderungen der Erektionsfähigkeit auftreten oder ein persönlicher Leidensdruck besteht. Auch tastbare Verhärtungen oder Veränderungen des Penis sowie eine neu aufgetretene oder zunehmend stärker werdende Verkrümmung sollten urologisch untersucht werden.

Auch wenn Unsicherheit darüber besteht, ob es sich um eine angeborene oder erworbene Penisverkrümmung handelt, kann eine fachärztliche Abklärung sinnvoll sein.

Entscheidend ist zunächst eine genaue Diagnose. Erst wenn Form, Ausmaß und Ursache der Penisverkrümmung bekannt sind, lässt sich beurteilen, ob überhaupt eine Behandlung notwendig ist und welche Therapie im individuellen Fall sinnvoll sein kann.

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Dr. med. Franklin Kuehhas

Über den Autor

Dr. med. Franklin Kuehhas Dr. med. Franklin Kuehhas zählt zu den führenden Spezialisten für männliche Genitalchirurgie in Europa und hat sich auf hochspezialisierte Eingriffe in diesem sensiblen Fachgebiet fokussiert. Seine Ausbildung absolvierte er an renommierten Universitätsklinken in Heidelberg und Wien sowie auch am University College London mit Spezialisierung auf rekonstruktive Andrologie. Seine Schwerpunkte liegen in der Behandlung der erworbenen Penisverkrümmung (Induratio penis plastica / Peyronie-Krankheit), die Korrektur angeborener Penisverkrümmungen, die Implantation von Penisprothesen sowie auch die ästhetische Intimchirurgie beim Mann.